Das BKF-Lexikon

BKF-Lexikon

Term Definition
Gefahrgut

Als Gefahrgut bezeichnet man im Zusammenhang mit dem Transport auf öffentlichen Straßen Stoffe, Zubereitungen und Gegenstände, welche Stoffe enthalten, von denen aufgrund ihrer Natur, ihrer physikalischen oder chemischen Eigenschaften oder ihres Zustandes beim Transport bestimmte Gefahren ausgehen können und die aufgrund von Rechtsvorschriften als gefährliche Güter einzustufen sind.

Gefahrguttransporte

Fahrer von Gefahrguttransporten benötigen eine ADR-Bescheinigung, die in allen europäischen Staaten gültig ist. Der Gefahrgutführerschein wird für bestimmte Gefahrgutklassen erteilt. Es gibt neun verschiedene Gefahrgutklassen.

Gefahrzettel und Großzettel

Von Gefahrgütern gehen Gefahren aus, die in der Regel der Verpackung nicht anzusehen sind. Es muss deshalb eine äußerliche Kennzeichnung geben, welche die entsprechende Information über den Inhalt gibt. Die Mittel hierfür sind Gefahrzettel und Großzettel.

Die Grundgröße für Gefahrzettel ist 10x10cm. Großzettel müssen 25x25cm groß sein und mit einer Umrandung in derselben Farbe wie die des Symbols versehen sein.

GefStoffV

GefStoffV   

übliche Abkürzung für Gefahrstoffverordnung

Gelegenheitsverkehr

Gelegenheitsverkehr ist die Beförderung von Personen mit Kraftfahrzeugen, die nicht Linienverkehr nach den §§ 42, 42a und 43 PBefG ist. Im Gegensatz zum Linienverkehr handelt es sich beim Gelegenheitsverkehr nicht um eine regelmäßige Beförderung zwischen bestimmten gleich- bleibenden Anfangs- und Endpunkten. Zugeordnet:

Verkehr mit Taxen (§ 47 PBefG), Ausflugsfahrten und Ferienziel-Reisen (§ 48 PBefG ), Verkehr mit Mietomnibussen und mit Mietwagen (§ 49 PBefG ).

Gelenk- und Doppeldeckerbusse

Ein Gelenkomnibus ist als Gelenkfahrzeug ausgebildet; dabei ist die Nutzfläche durch ein Kugelgelenk oder eine andere gleichwertige Verbindung, die ein Verschränken der Busteile ermöglicht, unterteilt. Der angelenkte Teil (Anhänger) stellt kein selbständiges Fahrzeug dar.

Bei Doppeldecker-Ausführung werden die Fahrgäste innerhalb eines Busses auf zwei Ebenen befördert. Diese Ausführung bietet mehr Sitzplätze, jedoch weniger Kofferraumvolumen

Geltung der Fahrpersonalvorschriften

Die Fahrpersonalvorschriften der Verordnung (EG) Nr. 561/2006, Verordnung (EWG) Nr. 3821/85, des FPersG und der FPersV gelten grundsätzlich für alle Beförderungen mit Fahrzeugen, die dem Gütertransport dienen, auf öffentlichen Straßen gelenkt werden und deren zulässiges Gesamtgewicht einschließlich Anhänger oder Sattelanhänger 3,5 t übersteigen.

Ferner gelten die Vorschriften für Unternehmer und Fahrer von Fahrzeugen, die zur Personenbeförderung dienen und die nach ihrer Bauart und Ausstattung geeignet und dazu bestimmt sind, mehr als 9 Personen einschließlich Fahrer zu befördern. Es kommt nicht darauf an, ob sich das Fahrzeug in leerem oder beladenem Zustand befindet bzw. mit Fahrgästen besetzt ist.

Geltung der Lenk- und Ruhezeiten

Fahrer, die nicht im gewerblichen Güterverkehr tätig sind, unterliegen den Bestimmungen nicht, wenn ihr Fahrzeug die zGM von 7,5t nicht übersteigt. Für den nicht-gewerblichen Güterverkehr gelten die Bestimmungen erst für Fahrzeuge ab einer zGM von mehr als 7,5 t gemäß VO EG 561/2006 Art. 3, h.

Die Lenk- und Ruhezeiten gelten u.a. nicht für Fahrer von Kraftfahrzeugen zur Personenbeförderung mit höchstens neun Sitzplätzen (einschl. Fahrer), der Polizei, des Zivilschutzes und der Rettungsdienste oder im Buslinienverkehr mit einer Streckenlänge von bis zu 50 Kilometer. Weitere Ausnahmen sind in Artikel 3 der VO (EG) 561/2006 und § 18 Fahrpersonalverordnung (FPersV) genannt.

Gemeinschaftslizenz (EU-Lizenz)

Die Gemeinschaftslizenz berechtigt zum grenzüberschreitenden Verkehr innerhalb der EU gemäß VO (EU) 1072/2009. Die Lizenz gilt nicht für den Güterverkehr mit Drittstaaten, wenn die EU kein entsprechendes Abkommen geschlossen hat.

Genehmigungsvoraussetzungen für Großraum- oder Schwertransport

Wenn der Verkehr nicht – wenigstens zum größten Teil der Strecke – auf der Schiene oder auf dem Wasser möglich ist oder wenn durch einen Verkehr auf dem Schienen- oder Wasserweg unzumutbare Mehrkosten (auch andere als die reinen Transportkosten) entstehen würden

Wenn für den gesamten Fahrweg Straßen zur Verfügung stehen, deren baulicher Zustand durch den Verkehr nicht beeinträchtigt wird und für deren Schutz keine besonderen Maßnahmen erforderlich sind, oder wenn wenigstens die spätere Wiederherstellung der Straßen oder die Durchführung jener Maßnahmen vor allem aus verkehrlichen Gründen nicht zu zeitraubend oder zu umfangreich wäre.

Für die Beförderung der in den Richtlinien für die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen nach §70 StVZO definierten unteilbaren Ladungen. Mit dem Zusatz, dass auch das Zubehör von Kranen befördert werden darf.

Gesetzlichen Bestimmungen bei Tiertransporten

Seit 2007 ist die Verordnung (EG) Nr. 1/2005 über den Schutz von Tieren beim Transport und damit zusammenhängenden Vorgängen sowie zur Änderung der Richtlinien 64/432/EWG und 93/119/EG und der Verordnung (EG) Nr. 1255/97 in jedem Mitgliedstaat unmittelbar anzuwenden. Aus Tierschutzgründen sollten lange Beförderungen von Tieren – auch von Schlachttieren – auf ein Mindestmaß begrenzt werden.

Getriebe

Durch ein Getriebe werden unterschiedliche Zahnradkombinationen in den Kraftfluss geschaltet, die im Antriebsstrang eines Fahrzeuges, die Motordrehzahl auf die Antriebsdrehzahl übersetzen. Fahrzeuggetriebe erlauben es dadurch, die engen Drehzahlbereiche von Verbrennungsmotoren in die für einen normalen Fahrbetrieb notwendigen Raddrehzahlen umzuformen.

Getriebe-Bauarten

Gruppengetriebe, Wechselgetriebe, Hydraulische Getriebe, Stufenlose Getriebe, Kurzbaugetriebe, Direktschaltgetriebe, Elektronisch- Pneumatische-Schaltungen, Teilautomatisierte Getriebe, vollautomatisierte Getriebe.

Für schwere Nutzfahrzeuge hatte sich das 16-Gang-Getriebe als Wandlungseinheit über Jahre hinweg etabliert. Die hohe Anzahl der Gänge ist nötig, um zum Anfahren und in jeder Steigung eine möglichst passende Übersetzung zur Verfügung zu haben. Dabei ergeben sich Übersetzungen 13:1. Als Bauweise dieser Getriebe hat sich eine Gruppenbauweise durchgesetzt. Ein 16-Gang-Getriebe besteht aus einem Hauptgetriebe mit 4 Gängen, einem nachgeschalteten Ranggetriebe mit 2 unterschiedlichen Übersetzungen, so das diese beiden Baugruppen bereits 2 x 4 Gänge darstellen. Duch die Vorschaltung eines 2-stufigen Splitgetriebes wird die Anzahl der Gänge ein weiteres Mal verdoppelt, so dass 16 Gänge zur Verfügung stehen.

Gewichtskraft
Die Gewichtskraft ist die Kraft, mit der ein Körper von der Erde angezogen wird. Dass es sich dabei tatsächlich um eine Kraft handelt, ist daran zu erkennen, dass ein freifallender Körper bis zu einer vom Luftwiderstand abhängigen Endgeschwindigkeit ununterbrochen beschleunigt wird.
Diese Beschleunigung, die man mit dem Buchstaben g kennzeichnet und „Normfallbeschleunigung“ (oder „Erdbeschleunigung“) nennt, beträgt konstant ca. 9,81 m/s2. Dies entspricht einer Beschleunigung von 0 km/h auf 100 km/h in einer Zeit von ungefähr 2,8 s.
 
GewO

GewO   

übliche Abkürzung für Gewerbeordnung

GGAV

GGAV   

übliche Abkürzung für Gefahrgut-Ausnahmeverordnung

GGKoslV

GGKoslV 

übliche Abkürzung für Kostenverordnung für Maßnahmen bei der Beförderung gefährlicher Güter

GGVBinSch

GGVBinSch   

übliche Abkürzung für Gefahrgutverordnung Binnenschifffahrt

GGVSE

GGVSE  

übliche Abkürzung für Gefahrgutverordnung  Straße und Eisenbahn

GGVSee

GGVSee

übliche Abkürzung für Gefahrgutverordnung See

Gigaliner
Mit Gigaliner werden überlange Fahrzeugkombinationen bezeichnet, die bis zu 25,25m lang sein dürfen und ein zulässiges Gesamtgewicht von bis zu 60 Tonnen (in Deutschland maximal 40 t, bzw. 44 t im kombinierten Verkehr).
 
Gleit-Reibbeiwert
Der Gleitreibungsbeiwert wird auch Gleitreibungszahl oder Gleitreibungskoeffizient genannt. Der G. ist ein Faktor und damit dimensionslos. Er wird auch manchmal in Prozent angegeben. Er gibt die Reibkraft FR bezogen auf die Anpresskraft FN an: µ = FR : FN. Für die Ladungssicherung wir nach den VDI-Richtlinien immer nur der Gleitreibbeiwert (Beispiele siehe unter Reibbeiwert) eingesetzt. Der Gleitreibbeiwert ist stets geringer als der Haftreibbeiwert. Mit der Anwendung des kleineren Gleitreibbeiwertes statt des Haftreibbeiwertes soll den dynamischen Einflüssen, wie Schwingungen, Vibrationen, Neigungen der Ladefläche (Wanken), Nicken der Ladefläche während eines Bremsmanövers, etc. begegnet werden. Die Verwendung des Gleitreibbeiwertes anstatt des Haftreibbeiwertes wird ersatzweise vorgenommen und steht in keinen direkten physikalischen Zusammenhang mit den wirksamen dynamischen Belastungen, die auf die Ladung wirken. Führende Experten sind der Meinung, dass dieser „Ersatzwert“, zur Kompensation der dynamischen Belastungen mindestens erforderlich ist bzw. diesen nur knapp gerecht wird.
 
Gleitreibung
Gleitreibung ist die Widerstandskraft, die ein bewegter Körper während des Rutschens der Unterlage entgegensetzt.
 
Großraum- und Schwertransporte

Es gibt eine Vielzahl von Gütern, die bei Einhaltung der Vorschriften aus der StVO und der StVZO nicht transportiert werden könnten. Der Gesetzgeber hat für diese Fälle eine Reihe von Regelungen erlassen, die Ausnahmen zulassen.

o            §22 StVO Ladung

o            §46 Abs. 1 Nr. 5 StVO Ladungsbedingte Abweichungen von §22 StVO

o            §18 StVO Autobahnen und Kraftfahrstraßen

o            §46 Abs. 1 Nr. 2 StVO Transportbedingte Abweichungen

o            §29 Abs. 3 StVO Übermäßige Straßenbenutzung

o            §70 StVZO Ausnahmen

Grundqualifikation

Die Grundqualifikation kann erworben werden durch, eine Berufsausbildung zum Berufskraftfahrer bzw. Fachkraft im Fahrbetrieb, § 4 Abs. 1 Nr. 2 BKrFQG oder durch Bestehen einer Prüfung zur Grundqualifikation, § 4 Abs. 1 Nr. 1 BKrFQG, die beschleunigte Grundqualifikation, § 4 Abs. 2 BKrFQG

Grundsatz für das Befördern von Lebensmitteln

Lebensmittel dürfen keiner nachteiligen Beeinflussung ausgesetzt werden. Die Gewährleistung unbedenklicher und genusstauglicher Lebensmittel durch die entsprechenden, notwendigen Maßnahmen. Lebensmittel dürfen nur so behandelt werden, dass sie bei Beachtung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt der Gefahr einer nachteiligen Beeinflussung nicht ausgesetzt sind.

Gruppengetriebe

Zur optimalen Ausnutzung der Motorleistung besitzen LKW große Übersetzungsbereiche. Erreicht wird das durch die Verwendung von Vier- bis Sechs- Gang- Getrieben, denen zusätzliche Untersetzungsgetriebe angeschlossen sind.

Vorteil: Erhöhung der Anzahl der möglichen Gangstufen, Verringerung der Übersetzungssprünge.

GüK GrenzV

GüK GrenzV 

übliche Abkürzung für Verordnung über den grenzüberschreitenden Güterkraftverkehr

GüKG

Das GüKG regelt den Berufszugang zum erlaubnispflichtigen, nationalen gewerblichen Güterkraftverkehr und definiert andererseits den Werkverkehr, der nicht erlaubnispflichtig ist.

GüKVwV

GüKVwV             

übliche Abkürzung für Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum GüKG

Gültigkeit der Betriebsgenehmigung

Das ist für alle vorkommenden Verkehrsarten nicht einheitlich geregelt.

Der geringste Geltungszeitraum beträgt 4 Jahre, der höchste 8 Jahre

Gültigkeitsdauer von CEMT-Genehmigungen

CEMT-Genehmigungen werden mit einer Gültigkeit von einem Kalenderjahr (Jahresgenehmigung) oder mit einer Gültigkeit von 30 Tagen (Kurzzeitgenehmigung) erteilt.

GuV

GuV

übliche Abkürzung für Gewinn- und Verlustrechnung

gVV

gVV       

übliche Abkürzung für gemeinschaftliches Versandverfahren

GVZ

GVZ       

übliche Abkürzung für Güterverkehrszentrum

GZR

GZR       

übliche Abkürzung für Gewerbezentralregister